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21.11.2006
Hitachi Power Europe baut Kraftwerk der 750 MW-Klasse in Duisburg-Walsum
Startschuss für den Kraftwerksneubau der STEAG Aktiengesellschaft / EVN AG – Investitionsvolumen 800 Mio. EUR


Erste Vergabe eines schlüsselfertigen Kohlekraftwerks in Deutschland

Oberhausen, 21.11 2006. Die Hitachi Power Europe GmbH (HPE) hat den Auftrag zur schlüsselfertigen Errichtung des Blocks 10 am Kraftwerksstandort Duisburg-Walsum der STEAG Aktiengesellschaft erhalten. Zum Lieferumfang gehören Dampfturbine und Generator, der Großdampferzeuger, die Umwelttechnik und die notwendigen Hoch- und Tiefbauarbeiten inklusive des Kühlturms. Auch die Gesamtanlagenplanung, deren Grundlage die Konzeptplanung der STEAG ist, liegt in den Händen des renommierten Energieanlagenbauers. Auftraggeber ist eine Projektgesellschaft, an der die STEAG Aktiengesellschaft (Essen) mit 51 Prozent und das österreichische Energie- und Infrastrukturunternehmen EVN AG (Maria Enzersdorf) zu 49 Prozent beteiligt sind.

Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 800 Mio. EUR, ein Großteil davon entfällt auf die Lieferung und Errichtung des Kraftwerksneubaus. Die Anlage in Walsum ist die erste in Deutschland, die als „Komplettpaket“ beauftragt wurde. Die HPE ist dabei für sämtliche Komponenten bis hin zur Inbetriebnahme und Übergabe des gesamten Kraftwerks verantwortlich. In Duisburg-Walsum entsteht ein hochmoderner Steinkohle-Kraftwerksblock mit einer installierten Bruttoleistung von 790 Megawatt. Der neue Block wird nach Fertigstellung das modernste Steinkohlekraftwerk in Deutschland sein. Ca. drei Jahre nach dem erfolgten Baubeginn wird der kommerzielle Betrieb im Jahr 2010 starten. Mit einem Nettowirkungsgrad von mehr als 45 Prozent übertrifft der Block 10 in Walsum andere moderne Anlagen in Deutschland deutlich und trägt so zur Ressourcenschonung und zur Reduzierung der spezifischen CO2-Emissionen bei. Außerdem wird der Kraftwerksblock mit hochwirksamen Anlagen zur Reduzierung von Emissionen (Stickstoffoxidminderungsanlage, Elektrofilter zur Staubabscheidung, Rauchgasentschwefelungsanlage) ausgerüstet. Die Grenzwerte werden zuverlässig unterschritten. Auch die Geräuschemissionen werden weitgehend reduziert.

Der Kraftwerksneubau hat erhebliche Beschäftigungseffekte für das Energieland Nordrhein-Westfalen und im Besonderen für das Ruhrgebiet. Zahlreiche Hersteller von Kraftwerkskomponenten haben ihren Sitz an Rhein und Ruhr, so dass erhebliche Teile der Investitionssumme zur Stärkung der regionalen Wirtschaft beitragen werden. Auch große Teile der notwendigen Infrastruktur wie Straßen sowie Bau- und Erdarbeiten mit einem insgesamt dreistelligen Millionenvolumen werden von Unternehmen der Region verrichtet. In den Spitzenzeiten werden über 1.000 Menschen auf der Baustelle arbeiten.

„Der Auftragseingang für ein schlüsselfertiges Kohlekraftwerk belegt die Attraktivität unser Angebotspalette“, betont Klaus-Dieter Rennert, Geschäftsführer der HPE. „Nicht nur einzelne Komponenten trafen die Erwartungen des Kunden, auch das Komplettpaket überzeugte den Kunden durch technologischen Anspruch und Preiswürdigkeit.“ Die Auftragsvergabe ist auch ein Beleg für den Erfolg der eingeschlagenen Strategie, das „klassische“ Produktprogramm Großdampferzeuger und Komponenten sowie Gaskraftwerke unter dem Dach des Hitachi-Konzerns um Turbinen und schlüsselfertige Kohlekraftwerke zu erweitern. „Wir sind damit zu einem Anbieter von kompletten Systemlösungen für Stromproduzenten gewachsen, Kunden erhalten von uns alle anspruchsvollen Kernkomponenten für ein Kraftwerk aus einer Hand.“ Ein klarer Wettbewerbsvorteil ist dabei neben der starken Technologieposition auch die finanzielle Stärke des Hitachi-Konzerns, die etwa notwendige Projektfinanzierungen vereinfacht.

Seit der Übernahme durch den Hitachi Konzern im Jahr 2003 hat sich das Unternehmen hervorragend entwickelt. In den letzten drei Jahren konnte die Belegschaft fast verdoppelt werden. Auch das zeige, betont Rennert, die Bedeutung des Energieanlagenbaus für Nordrhein-Westfalen und die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Von den anstehenden Investitionen in den Kraftwerksbau könne Deutschland erheblich profitieren. „Der Kapazitätsaufbau in allen Bereichen des Kraftwerksneubaus sorgt für kräftige positive Impulse für die Wirtschaft und trägt erblich zum Aufschwung bei“, ist Rennert überzeugt. Wichtig sei zudem, dass gerade der Kraftwerksbau auch industrielle Arbeitsplätze bei Lieferanten hochwertiger Komponenten schafft und erhält.


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