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30.10.2006
Hitachi Power Europe erhält Aufträge für über 1 Milliarde EUR von E.ON Kraftwerke
In Datteln entsteht der größte Kraftwerksblock Europas Bau drei weiterer Blöcke vereinbart – erster Kraftwerkskonvoi seit 40 Jahren

 

Oberhausen, 30.10.2006 Die Hitachi Power Europe GmbH hat von der E.ON Kraftwerke GmbH (Hannover) den Auftrag zum Bau von vier Großdampferzeugern für Kraftwerksneubauten erhalten. Der Gesamtauftragswert liegt bei über 1,2 Milliarden EUR. Der erste Block entsteht am Standort Datteln. Die Lieferung der drei weiteren Dampferzeuger steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aufsichtsgremien des Kunden über den Bau der damit verbundenen Kraftwerke.

Die Hitachi Power Europe (HPE) konnte den Auftrag gegen starke internationale Konkurrenz gewinnen. „Dieser Konvoi stellt für die Erneuerung der europäischen Kraftwerksflotte in dieser Leistungsklasse die Referenz dar“, betonte HPE-Geschäftsführer Klaus Dieter Rennert während der Vertragsunterzeichnung, „an der sich die Mitbewerber in Zukunft messen lassen müssen.“ Der Wirkungsgrad der Anlage liegt bei 46 Prozent, damit übertrifft Datteln moderne, in Betrieb befindliche Steinkohlekraftwerke um fünf Prozentpunkte, den durchschnittlichen Wirkungsgrad der europäischen Kraftwerksflotte (Kohle) sogar um 10 Prozentpunkte.

Als Brennstoff kommt Importkohle zum Einsatz. Die Anlage ist bei der Inbetriebnahme im Frühjahr 2011 die größte in Europa, überkritische Dampfparameter sorgen für die bestmögliche Ausnutzung des Brennstoffs und minimieren Emissionen und den Verbrauch von Ressourcen. Der Dampf wird auf 600 Grad erhitzt, der Druck beträgt dabei 285 bar. Fast 3000 Tonnen Dampf werden pro Stunde auf die Turbine geleitet. Möglich sind diese enormen Leistungsdaten durch exzellentes Ingenieurs-Know-how der Hitachi Power Europe Mannschaft und durch den Einsatz von High-Tech-Materialien, die ihre Tauglichkeit für diese Herausforderungen bereits bewiesen haben.

Der Kraftwerkskonvoi bietet sowohl dem Hersteller als auch dem Betreiber viele Vorteile. Erfahrungen aus dem Bau des ersten Blocks fließen bei der folgenden Anlage ein, auch Instandhaltungskonzepte oder Betriebsoptimierungen können für Folgeanlagen übernommen werden. Aufgrund fehlender Investitionen in den Kraftwerkspark wurde der letzte Konvoi in Deutschland in den sechziger Jahren gebaut. „Der nun vergebene Konvoi belegt das Vertrauen des Kunden in die Technologie-Kompetenz der HPE“, sagte Rennert, „und auch in die Qualität der Abwicklung.“ Das sei ein wichtiges Kriterium im Kraftwerksbau, das gelte ebenso für die Arbeitssicherheit auf der Baustelle, die eine erfahrene und qualifizierte Mannschaft voraus setze, so Rennert. Außerdem hätte sich in der Vergangenheit gezeigt, dass mit jeder weiteren Anlage auch Optimierungen am Großdampferzeuger selbst als auch während der Montage und Inbetriebnahme erfolgt seien. Rennert bringt es auf den Punkt: „Die Qualität steigt bei kürzeren Bauzeiten.“

Auch das Fertigungs- und Material-Beschaffungskonzept der HPE für den Konvoi konnte den Kunden überzeugen. Angesichts weltweit knapper Ressourcen auf diesen Gebieten eine Herausforderung. „Unser über lange Jahre aufgebautes Netzwerk an qualifizierten Lieferanten hat uns gewichtige Vorteile gebracht“, erläutert Geschäftsführer Rennert. „Wir können über einen langen Zeitraum hinweg eine strukturierte und kalkulierbare Beschaffung von Kapazitäten anbieten. Davon profitiert dann natürlich auch unser Kunde.“

Der Baubeginn am Standort Datteln erfolgt im Frühjahr 2007. Im Sommer 2010 wird die Anlage zum ersten Mal „unter Dampf“ stehen, der kommerzielle Betrieb wird im Frühjahr 2011 aufgenommen. Derzeit laufen die notwendigen Genehmigungsverfahren. Zum Lieferumfang der Hitachi Power Europe gehört der Dampferzeuger samt zugehöriger Komponenten. Dazu gehören die Entstickungsanlage, Kohlebunker und fünf Kohlemühlen, die bei einer HPE-Tochtergesellschaft am Standort Oberhausen gefertigt werden. Die HPE ist auch für die Errichtung und die Inbetriebnahme des Großdampferzeugers verantwortlich.

In den Spitzenzeiten werden an die 3000 Menschen auf der Baustelle am Kraftwerksstandort Datteln arbeiten. Der Neubau hat erhebliche Beschäftigungseffekte für das Energieland Nordrhein-Westfalen und im Besonderen für das Ruhrgebiet. Zahlreiche Hersteller von Kraftwerkskomponenten haben ihren Sitz an Rhein und Ruhr, so dass erhebliche Teile der Investitionssumme zur Stärkung der regionalen Wirtschaft beitragen werden.


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Herr Helge Schulz
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