Pressearchiv 2010

06.08.2010
Deutsch-Indisches Joint Venture im Kraftwerksbau gegründet
Moderne Großkraftwerke von Hitachi Power Europe und BGR Energy Systems stillen den Energiehunger des Subkontinents und fördern die industrielle Entwicklung des Landes.

Duisburg/Chennai, 6.8.2010. Der Kraftwerksbauer Hitachi Power Europe GmbH (HPE) schafft sich ein weiteres Standbein in einem wachstumsstarken Markt: Das Unternehmen hat heute im indischen Chennai die Gründung eines Joint Ventures mit der BGR Energy Systems Ltd. (BGR) besiegelt. HPE und der indische Industriekonzern werden gemeinsam hoch effiziente Großdampferzeuger („Kessel“) für Steinkohlekraftwerke bauen und in Betrieb nehmen. Bis 2012 soll im Bundesstaat Tamil Nadu eine Produktionsanlage entstehen, in der jährlich bis zu vier Großdampferzeuger gebaut werden sollen. Mit dieser Kooperation wollen die beiden Partner vom rasant wachsenden Markt für Kraftwerksneubauten auf dem Subkontinent profitieren: Indien wird in naher Zukunft seine Kapazitäten zur Stromerzeugung mehr als verdoppeln und setzt dabei zum überwiegenden Teil auf emissionsarme fossil befeuerte Kraftwerke. Erneuerbare Energien können den zusätzlichen Bedarf nicht decken, sind zudem zu teuer und nicht verlässlich verfügbar.

Unterzeichnet wurde das Joint Venture am 6. August 2010 von den Vorsitzenden der Geschäftsführung von Hitachi Power Europe, Klaus Dieter Rennert, und BGR Energy Systems, B.G. Raghupathy. „Mit BGR Energy Systems haben wir einen hervorragenden Partner gefunden, um uns mit unserer Technologie im indischen Kraftwerksmarkt zu etablieren“, erklärt Klaus Dieter Rennert. Hitachi Power Europe verfüge als Energieanlagenbauer über eine mehr als 100-jährige Erfahrung bei Großdampferzeugern und sei führender Technologieanbieter und Marktführer in Europa und Südafrika. BGR Energy, mit Sitz in Chennai, liefere als etablierter Anlagenbauer den erforderlichen Marktzugang und das lokale Know-how für den indischen Kraftwerksmarkt.

An dem gemeinsamen Unternehmen „BGR Boilers Private Ltd.“ hält Hitachi Power Europe 30% der Anteile; 70% wurden von BGR Energy Systems Ltd. übernommen. Bis zum Jahr 2012 wird in Tamil Nadu eine Fertigung für Großdampferzeuger der 660–1.000 MW-Klasse entstehen. Nach Inbetriebnahme soll die Anlage jährlich bis zu vier hoch effiziente Großdampferzeuger (insgesamt ca. 3.000 MW Leistung) liefern. In Geschäftsjahr 2017 sollen rund 2.100 qualifizierte Mitarbeiter in der Fertigung im indischen Bundesstaat Tamil Nadu tätig sein. Bereits jetzt nehmen BGR und HPE gemeinsam als Generalunternehmer an verschiedenen Ausschreibungen für den Neubau von Kohlekraftwerken auf dem Subkontinent teil.

Moderne Steinkohlekraftwerke, für die HPE in Deutschland und im Ausland unter anderem Großdampferzeuger liefert, erreichen Wirkungsgrade von bis zu 46% und gehören damit zu den weltweit modernsten ihrer Art (zum Vergleich: der durchschnittliche Wirkungsgrad beträgt weltweit 30%, in der EU rund 38%). Erreicht werden solche hohen Wirkungsgrade durch den Einsatz von so genannten „überkritischen“ Großdampferzeugern (mehr als 300 bar Dampfdruck, über 600 0 Celsius Dampftemperatur). Solche überkritischen Großdampferzeuger werden auch in dem Gemeinschaftsunternehmen von HPE und BGR in Indien gebaut. Kraftwerke mit höheren Wirkungsgraden benötigen weniger Brennstoff, um die gleiche Menge an Strom zu erzeugen; dadurch werden die Emissionen – vor allem CO2 – wesentlich reduziert und zugleich wertvolle Ressourcen (Brennstoff) geschont.

Hitachi Power Europe fertigt bereits jetzt in ihren Tochtergesellschaften und Beteiligungen in Deutschland und im Ausland wesentliche Kraftwerkskomponenten (etwa Druckteile, Kohlemühlen/-brenner, Stahlkonstruktionen) und kann über die Hitachi-Gruppe auf leistungsfähige Dampfturbinen zugreifen. HPE errichtet derzeit 12 Großdampferzeuger für zwei Kraftwerksstandorte in Südafrika. Da die südafrikanische Kohle sehr ähnliche Eigenschaften (Brennwert, Aschegehalt etc.) wie die indische Kohle hat, kann Hitachi Power Europe auf ihre Erfahrungen und erprobten Produkte zurückgreifen, wie sie auch am Kap zum Einsatz kommen.

Durch das neue Joint Venture zum Bau von Großdampferzeugern mache sich der deutsche Energieanlagenbauer nicht nur unabhängiger in der Produktion, so Klaus Dieter Rennert. „Die Kooperation sichert auch die Arbeitsplätze der Kollegen in Deutschland in den kommenden Jahren.“

Neben diesem Joint Venture für Großdampferzeuger wurde gleichzeitig ein weiteres Abkommen zwischen BGR und der HPE-Muttergesellschaft Hitachi, Ltd., für die Fertigung von Dampfturbinen für Kohlekraftwerke unterzeichnet. Damit sind Hitachi Power Europe, Hitachi, Ltd., und BGR in der Lage, als Generalunternehmer (EPC contractor) alle wichtigen Komponenten eines Kraftwerks – vom Großdampferzeuger über Turbine/Generator bis zur Umwelttechnik – zu liefern und in Betrieb zu nehmen.

Der indische Kraftwerkssektor bietet aufgrund seiner Größe und des enormen Bedarfs an Neubauten auch in Zukunft große Chancen für HPE. Derzeit verfügt der Subkontinent mit einer Bevölkerung von etwa 1,2 Mrd. Menschen über etwa 160.000 MW installierter Stromerzeugungskapazität (zum Vergleich EU 27: etwa 500 Mio. Menschen; ca. 820.000 MW); zwei Drittel des benötigten Stroms liefern fossil befeuerte Kraftwerke. Bis 2017 soll die benötigte Gesamtleistung auf über 330.000 MW steigen.


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20.04.2010
Erste Schritte in einen Zukunftsmarkt
HPE war einer der Hauptsponsoren der Fachmesse „Energetika 2010“ in Serbien

Duisburg/Zlatibor. Hochkarätige Fachvorträge, zahlreiche Gespräche mit potenziellen Kunden und großes Interesse an den Produkten und dem Know-how von Hitachi Power Europe (HPE): So sieht das Fazit der dreitägigen „Energetika 2010“- Fachmesse im serbischen Zlatibor aus. HPE war erstmals Hauptsponsor dieses wichtigen Energiekongresses.

In den kommenden Jahren wird der Kraftwerksmarkt in Serbien und den anderen Ländern Ost-/ Südosteuropas für HPE immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, erklärt Benjamin Wakounig, HPE- Repräsentant im Balkan für die Staaten des früheren Jugoslawien. „So wird etwa in Serbien der Hauptanteil des Stroms in Braunkohlekraftwerken erzeugt, die noch aus den 70er Jahren stammen. Die Anlagen sind – aufgrund des Krieges und des Embargos – veraltet und müssen dringend modernisiert werden.“ Eines der Hauptthemen auf der Konferenz war denn auch, welche Anstrengungen notwendig sind, damit der EU-Beitrittskandidat Serbien die strengen Emissionsvorgaben der Union erfüllt. Mehrere Hundert Teilnehmer verfolgten die entsprechenden Fachvorträge von Hitachi Power Europe.

Besonders gefragt sei das Know-how von HPE an moderner Feuerungstechnologie, sagt Christian Kissling, bei Hitachi Power Europe zuständig für den Vertrieb in der Region. Mit eigenen Schlüsselkomponenten lassen sich nicht nur die Emissionen von Stickoxiden auf ein Minimum senken. Sie optimieren den Verbrennungsprozess, steigern die Anlageneffizienz und reduzieren somit den Kohleverbrauch – Umweltschutz, der sich rechnet. Als Spezialist für Braunkohlefeuerungen verfüge HPE nicht nur über umfangreiche Referenzen, sondern – zum Beispiel mit eigenen Mühlen und den patentierten RS-Brennern – über leistungsfähige Produkte. Nicht zu vergessen sei die Kompetenz von HPE auf dem Gebiet der Umwelttechnik, sagt Dr. Matthias Jochem, Leiter Sales & Proposals: „Auf diese Weise können wir alle entscheidenden Komponenten einschließlich der Rauchgasentschwefelung für die Modernisierung der Anlagen aus einer Hand anbieten.“

Dass die Produkte von HPE bei der Ertüchtigung von Anlagen in Osteuropa gefragt sind, zeigte sich vor wenigen Monaten: Im November 2009 unterschrieb der staatliche serbische Energieversorger EPS einen Vertrag zur Ertüchtigung von drei Blöcken des Braunkohlekraftwerks Nikola Tesla A (TENT A). Auftragsvolumen: 36 Mio. Euro. Welche Dimensionen die Modernisierung des serbischen Kraftwerksparks annehmen kann, wurde in der Eröffnungsrede des serbischen Energieministers Petar Skundric deutlich, der Investitionen der serbischen Energiewirtschaft in den kommenden Jahren von 9 Mrd. Euro in Energieprojekte anführt. Unterstützt wird dies durch eine aktuelle Studie: Der Energieversorger EPS schätzt, dass allein zur Entschwefelung vorhandener Anlagen bis zum Jahr 2015 gut eine halbe Milliarde Euro investiert werden müssen. HPE-Geschäftsführer Wolfgang Marschewski: „Der Auftrag TENT A und diese Fachmesse Energetika sind nur unsere ersten Schritte in den Zukunftsmarkt Osteuropa. Weitere folgen, denn das Potenzial, auch an Neubauprojekten, ist sehr groß.“


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18.01.2010
Erste Kesselstütze im 4800 MW-Kraftwerk Medupi gesetzt
Ein Meilenstein für die Energieversorgung Südafrikas


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Duisburg, 18.01.2010. Es ist der erste große Meilenstein auf dem Weg zu einer stabileren und umweltverträglicheren Energieversorgung in Südafrika: Am Samstag, 16. Januar, wurde am Standort Medupi die erste Kesselstütze für das künftige Großkraftwerk mit einer Leistung von 4800 Megawatt (MW) gesetzt. Rund 350 Kilometer von Johannesburg entfernt, entstehen dort und an einem weiteren Standort (Kusile) in den kommenden Jahren insgesamt zwölf Steinkohle-Kraftwerksblöcke, die nach ihrer Fertigstellung fast 20 Prozent der gesamten Stromversorgung in Südafrika gewährleisten. Die Hitachi Power Europe GmbH (HPE) liefert – gemeinsam mit der südafrikanischen Tochtergesellschaft Hitachi Power Africa (pty) (HPA) – die Großdampferzeuger (Kessel) für diese beiden Projekte. Das Auftragsvolumen beträgt rund vier Mrd. Euro.

Der Duisburger Energieanlagenbauer, eine Tochtergesellschaft von Hitachi, Ltd., erhielt Ende 2007/ Anfang 2008 von der Eskom, dem staatlichen Energieversorger Südafrikas, den Auftrag für Planung, Bau und Inbetriebnahme von insgesamt zwölf Großdampferzeugern mit einer Kapazität von jeweils 800 MW (elektrisch). Errichtet werden diese Kernkomponenten bis zum Jahr 2016/ 2017 an den beiden Kraftwerksstandorten Medupi und Kusile (Provinz Limpopo). Nach rund zwei Jahren Vorarbeit – unter anderem haben HPE/ HPA erhebliche Fertigungskapazitäten in Südafrika aufgebaut und in großem Umfang Facharbeiter ausbilden lassen – markiert das feierliche Setzen der ersten Kesselstütze den ersten Meilenstein.

Medupi ist der erste Neubau eines Steinkohlekraftwerks in Südafrika nach mehr als 25 Jahren. Die dort entstehenden sechs Großdampferzeuger verfügen über einen hohen Wirkungsgrad und sind erheblich effizienter als die bestehenden Anlagen. Weil für die gleiche Leistung weniger Brennstoff (Kohle) benötigt wird, stoßen die Kraftwerksblöcke weniger Kohlendioxid aus und lassen sich wirtschaftlicher betreiben. „Durch den Einsatz modernster Technik schont man also wertvolle Ressourcen und senkt in einem erheblichen Umfang die Emissionen“, erklärt Klaus Dieter Rennert, Vorsitzender der HPE-Geschäftsführung. „Dies spielt für wirtschaftlich stark wachsende Länder wie Südafrika, die auf eine sichere und umweltverträgliche Energieversorgung angewiesen sind, eine entscheidende Rolle.“

Das Projekt Medupi – und die baugleichen Großdampferzeuger für den Standort Kusile – beinhaltet sehr viel mehr als nur Montage und Inbetriebnahme: HPE und HPA investieren auch umfassend in Menschen und Maschinen vor Ort. So verbleiben zum Beispiel rund 60% des Auftragsvolumens als lokale Wertschöpfung im Land. Viele Komponenten, aus denen ein Großdampferzeuger besteht (etwa Druckteile und Teile des Stahlbaus) werden in Südafrika gefertigt und mehr als 1400 einheimische Arbeiter qualifiziert. Dazu kommen noch etwa 300 Auszubildende, die in Kooperation mit örtlichen Trägern für technische/ handwerkliche Berufe geschult werden, um auch nach dem Ende des Bauprojekts qualifizierte Jobs zu finden. Bislang sind bereits etwa 3000 Arbeitsplätze auf der Baustelle und in den Zulieferbetrieben entstanden.

In den kommenden Monaten wird das Kesselgerüst für den ersten Kraftwerksblock in Medupi montiert, anschließend beginnt der Bau des eigentlichen Großdampferzeugers. Die weiteren Blöcke in Medupi entstehen jeweils mit einigen Monaten Abstand, der letzte Großdampferzeuger geht Ende 2016 in Betrieb; in Kusile wird dies im Jahr 2017 der Fall sein.

„Die beiden Projekte in Medupi und Kusile sind nur der Beginn unseres langfristigen Engagements in Südafrika und den benachbarten Ländern“, so Klaus Dieter Rennert. „Es gibt in dieser Region einen großen Bedarf und den festen Willen zum Bau von hoch effizienten Kraftwerken. Dieses Potenzial wollen wir mit unserem Know-how und unseren ausgezeichneten Produkten, auch im Bereich des Umweltschutzes, ausschöpfen.“

• Hitachi Power Europe GmbH (HPE), eine Tochtergesellschaft von Hitachi, Ltd., plant und baut fossil befeuerte Kraftwerke und gehört mit ihren Referenzen zu den Markt- und Technologieführern. Der Energieanlagenbauer liefert auch Kernkomponenten wie etwa Großdampferzeuger, Umwelttechnik, Turbinen und Mahlanlagen. Seit 2007 hat das Unternehmen seinen Sitz am Innenhafen in Duisburg / Nordrhein-Westfalen und beschäftigt (inklusive Beteiligungsgesellschaften und Fertigungsbetriebe) rund 1.900 Mitarbeiter. Hitachi Power Europe ist innerhalb des Hitachi-Konzerns für die Märkte in Europa, in den ehemaligen GUS-Staaten und in Afrika verantwortlich.

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An der Zeremonie nahmen auch Brain Dames (links), Eskom’s Chief Officer for Generation Business, und Klaus Dieter Rennert, Vorsitzender der HPE-Geschäftsführung, teil.
   

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Die 1. Kesselstütze markiert einen wesentlichen Meilenstein beim Bau des ersten Steinkohlekraftwerks in Südafrika nach mehr als 25 Jahren.
   

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Bis Anfang 2016 entstehen in Medupi sechs Kraftwerksblöcke. Sechs weitere Anlagen werden im benachbarten Kusile gebaut.
   

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